{"id":73,"date":"2022-05-06T12:06:08","date_gmt":"2022-05-06T10:06:08","guid":{"rendered":"https:\/\/helmutsigl.de\/?page_id=73"},"modified":"2022-05-10T08:33:33","modified_gmt":"2022-05-10T06:33:33","slug":"rede-steve-jobs","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/helmutsigl.de\/?page_id=73","title":{"rendered":"Steve Jobs"},"content":{"rendered":"\n<hr size=\"1\">\n\n\n\n<p>Rede in Stanford \u00fcber Leben und Tod<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist mir eine Ehre, bei Ihrer Abschlussfeier an einer der renommiertesten Universit\u00e4ten der Welt dabei sein zu d\u00fcrfen. Um ehrlich zu sein, ich selbst besitze keinen Collegeabschluss &#8211; und so nah wie heute bin ich einem solchen Abschluss nie zuvor gekommen. Ich m\u00f6chte Ihnen heute drei Geschichten aus meinem Leben erz\u00e4hlen. Das ist alles. Nichts Besonderes. Nur drei Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der ersten Geschichte geht es darum, Zusammenh\u00e4nge zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Studium am Reed College habe ich nach den ersten sechs Monaten abgebrochen. Danach blieb ich aber noch und besuchte f\u00fcr weitere etwa anderthalb Jahre das College immer mal wieder, bis ich das Studium endg\u00fcltig abbrach.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum habe ich das getan? Das hat schon vor meiner Geburt begonnen. Meine leibliche Mutter war eine junge, unverheiratete Studentin, die sich entschied, mich zur Adoption freizugeben. Es war ihr sehr wichtig, dass ich von Hochschulabsolventen adoptiert werden sollte &#8211; also wurden alle n\u00f6tigen Vorbereitungen getroffen, damit ich bei meiner Geburt von einem Anwalt und dessen Gattin adoptiert werden konnte. Sie entschieden aber in letzter Minute, dass sie lieber ein M\u00e4dchen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertrauen, dass alles gut gehen w\u00fcrde<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Eltern, die auf der Warteliste standen, erhielten also mitten in der Nacht einen Anruf: &#8222;Wir haben hier ganz unerwartet einen neugeborenen Jungen. Wollen Sie ihn haben?&#8220; Sie antworteten: &#8222;Nat\u00fcrlich.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter fand meine leibliche Mutter heraus, dass meine Mutter keinen Collegeabschluss besa\u00df und dass mein Vater noch nicht einmal die Highschool richtig abgeschlossen hatte. Sie weigerte sich daraufhin, die Adoptionspapiere zu unterzeichnen. Erst Monate sp\u00e4ter lenkte sie ein &#8211; weil meine Eltern ihr versprachen, dass ich sp\u00e4ter ein College besuchen w\u00fcrde. Das war mein Start ins Leben, und 17 Jahre sp\u00e4ter besuchte ich dann tats\u00e4chlich ein College.<\/p>\n\n\n\n<p>Naiv wie ich war, hatte ich mir aber ein College ausgesucht, das fast so teuer war wie Stanford. Die gesamten Ersparnisse meiner Eltern, die aus der Arbeiterschicht kamen, gingen f\u00fcr meine Studiengeb\u00fchren drauf. Nach sechs Monaten kam ich zu dem Schluss, dass mir das nichts brachte. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anstellen wollte, und keine Ahnung, wie das College mir helfen sollte, das herauszufinden &#8211; und gleichzeitig gab ich das Geld aus, das meine Eltern ihr ganzes Leben lang zusammengespart hatten. Ich entschied mich also, mein Studium abzubrechen und darauf zu vertrauen, dass alles gut gehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum damaligen Zeitpunkt war das ziemlich be\u00e4ngstigend. Wenn ich aber jetzt zur\u00fcckblicke, war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich musste keine Pflichtf\u00e4cher mehr belegen, die mich nicht interessierten, und konnte als Gasth\u00f6rer die Vorlesungen besuchen, die mir viel interessanter erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich sammelte Colaflaschen und kaufte mir vom Pfand Essen&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Es war nicht nur romantische Studienidylle. Ich hatte kein eigenes Zimmer im Studentenwohnheim und musste bei Freunden auf dem Boden schlafen. Ich sammelte Colaflaschen und kaufte mir von dem Pfand Essen. Jeden Sonntagabend ging ich mehr als zehn Kilometer zu Fu\u00df durch die Stadt zum Hare-Krishna-Tempel, damit ich einmal in der Woche eine ordentliche Mahlzeit bekam. Ich liebte es. Und vieles von dem, in das ich durch Zufall hineingeriet, weil ich meiner Neugier und Intuition folgte, erwies sich sp\u00e4ter als unbezahlbar. Ich m\u00f6chte Ihnen ein Beispiel nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Reed College bot zu jener Zeit den vielleicht besten Kalligrafiestudiengang des Landes an. Weil ich keine herk\u00f6mmlichen Vorlesungen besuchen musste, entschied ich mich, Kalligrafieunterricht zu nehmen. Ich lernte etwas \u00fcber Schriftarten mit und ohne Serifen, wie man den Abstand zwischen unterschiedlichen Buchstabenkombinationen variiert, was gro\u00dfartige Typografie gro\u00dfartig macht. Es war wundersch\u00f6n. Es hatte Geschichte und war auf eine Weise k\u00fcnstlerisch subtil, wie die Wissenschaft es nicht zu erfassen vermag. Ich fand es faszinierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich konnte ich nicht auch nur im Entferntesten davon ausgehen, dass irgendetwas davon einen praktischen Nutzen in meinem Leben haben w\u00fcrde. Aber als wir zehn Jahre sp\u00e4ter den ersten Macintosh-Computer entwarfen, kam alles wieder, und wir integrierten das alles in den Mac. Es war der erste Rechner mit wundersch\u00f6ner Typografie. H\u00e4tte ich niemals diesen Kurs besucht, h\u00e4tte der Mac niemals verschiedene Schriftarten bekommen oder solche mit proportionalen Zwischenr\u00e4umen. Und da Windows Mac einfach kopiert hat, ist es wahrscheinlich, dass kein PC das h\u00e4tte . Also, h\u00e4tte ich mein Studium nie abgebrochen, h\u00e4tte ich nie als Gasth\u00f6rer an der Kalligrafievorlesung teilgenommen bes\u00e4\u00dfen PC&#8217;s heute vielleicht nicht diese wundervolle Typografie. Nat\u00fcrlich war es unm\u00f6glich, w\u00e4hrend meiner Collegezeit diese Zusammenh\u00e4nge zu erkennen. Aber als ich zehn Jahre sp\u00e4ter zur\u00fcckblickte, waren sie deutlich sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Folge deinem Herzen<\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal, wenn Sie in die Zukunft blicken, k\u00f6nnen Sie nicht erkennen, wo Zusammenh\u00e4nge bestehen. Das wird erst in der R\u00fcckschau m\u00f6glich. Das hei\u00dft, Sie m\u00fcssen darauf vertrauen, dass sich die einzelnen Mosaiksteinchen in Ihrer Zukunft zu einem Gesamtbild zusammenf\u00fcgen. Sie m\u00fcssen auf etwas vertrauen &#8211; Ihr Bauchgef\u00fchl, das Schicksal, das Leben, Karma, egal was. Denn der Glaube daran, dass sich irgendwann die einzelnen Mosaiksteinchen zusammenf\u00fcgen werden, gibt Ihnen die Zuversicht, dem Ruf Ihres Herzens zu folgen. Auch wenn der Sie abseits der ausgetretenen Wege f\u00fchrt &#8211; aber das macht den Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meiner zweiten Geschichte geht es um Liebe und Verlust.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte Gl\u00fcck. Ich habe schon fr\u00fch im Leben herausgefunden, was ich gern mache. Als ich 20 war, haben Woz (Steve Wozniak) und ich Apple in der Garage meiner Eltern gegr\u00fcndet. Wir haben schwer gearbeitet, und in zehn Jahren war Apple nur von uns beiden in einer Garage zu einem zwei Milliarden Dollar schweren Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern gewachsen. Wir hatten gerade unser Glanzst\u00fcck, den Macintosh, auf den Markt gebracht, und ich war gerade 30 geworden, da wurde ich gefeuert. Wie kann man aus einem Unternehmen gefeuert werden, das man gegr\u00fcndet hat? Nun ja, als Apple immer gr\u00f6\u00dfer wurde, stellten wir jemanden an, von dem wir dachten, er habe gro\u00dfes Talent und k\u00f6nne das Unternehmen mit mir zusammen f\u00fchren. Im ersten Jahr ging auch alles gut. Doch dann begannen unsere Vorstellungen von der Zukunft immer st\u00e4rker voneinander abzuweichen &#8211; und schlie\u00dflich kam es zum Streit. Bei diesem Streit ergriff das Board f\u00fcr ihn Partei.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stand mit 30 auf der Stra\u00dfe, und alle Welt bekam es mit. Das, worum sich w\u00e4hrend meines gesamten Erwachsenenlebens alles gedreht hatte, war weg. Es hat mich umgehauen. Monatelang wusste ich wirklich nicht was ich tun sollte. Ich hatte das Gef\u00fchl, die vorige Generation Unternehmer im Stich gelassen zu haben, den Staffelstab bei der \u00dcbergabe fallen gelassen zu haben. Ich traf mich mit David Packard (einem der Gr\u00fcnder von Hewlett-Packard) und Bob Noyce (einer der Gr\u00fcnder von Intel) und versuchte, mich daf\u00fcr zu entschuldigen, dass ich so viel Mist gebaut hatte. Ich dachte sogar daran, aus dem Silicon Valley zu fliehen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Von Apple gefeuert zu werden war das Beste, was mir je passiert ist&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mit der Zeit wurde mir ganz allm\u00e4hlich etwas bewusst. Das, was ich tat, machte ich immer noch gern. Das bei Apple Vorgefallene hatte daran nicht das Geringste ge\u00e4ndert. Ich war zur\u00fcckgewiesen worden, aber ich liebte es immer noch. Also beschloss ich, wieder von vorn anzufangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals konnte ich es noch nicht ahnen, aber von Apple gefeuert zu werden war das Beste, was mir je passiert ist. Die Schwere des Erfolgs wurde ersetzt durch die Leichtigkeit, wieder Anf\u00e4nger zu sein, sich der Dinge weniger sicher zu sein. Ich war frei, einen der kreativsten Abschnitte meines Lebens zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden f\u00fcnf Jahren gr\u00fcndete ich ein Unternehmen mit dem Namen Next, ein weiteres mit dem Namen Pixar und verliebte mich in eine wunderbare Frau, die meine Ehefrau wurde. Pixar schuf mit &#8222;Toy Story&#8220; den weltweit ersten computeranimierten Kinofilm und ist heute das erfolgreichste Animationsstudio der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das Leben so spielt, kaufte Apple Next &#8211; und ich kehrte zu Apple zur\u00fcck. Die Technik, die wir bei Next entwickelt hatten, ist Kern von Apples jetziger Renaissance. Und Laurene und ich haben eine wunderbare Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Finden, was man liebt<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mir sicher, das alles w\u00e4re nicht geschehen, w\u00e4re ich nicht bei Apple gefeuert worden. Es war bitter, aber ich hatte es wohl n\u00f6tig. Manchmal zieht einem das Leben eins mit dem Kn\u00fcppel \u00fcber den Sch\u00e4del. Man darf nur nicht den Glauben verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, dass meine Liebe zu meiner Arbeit mein einziger Antrieb war. Man muss finden, was man liebt &#8211; das gilt f\u00fcr die Arbeit wie f\u00fcrs Privatleben. Ihre Arbeit wird einen gro\u00dfen Teil Ihres Lebens einnehmen. Und die einzige M\u00f6glichkeit, Zufriedenheit zu erlangen, besteht darin, das zu tun, was man selbst f\u00fcr gro\u00dfartige Arbeit h\u00e4lt. Und der einzige Weg, gro\u00dfartige Arbeit zu leisten, besteht darin zu lieben, was man tut. Haben Sie das noch nicht gefunden, dann suchen Sie weiter, lassen Sie nicht locker. Wie bei allen Herzensangelegenheiten werden Sie wissen, wenn Sie das Richtige gefunden haben. Und wie jede gute Beziehung wird auch diese im Laufe der Jahre immer besser. Suchen Sie weiter. Finden Sie sich nicht mit weniger ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meiner dritten Geschichte geht es um den Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich 17 war, las ich irgendwo ein Zitat, das ungef\u00e4hr so lautete: &#8222;Lebt man jeden Tag, als w\u00e4r&#8217;s der letzte, liegt man eines Tages damit richtig.&#8220; Das ist h\u00e4ngen geblieben. Seitdem frage ich jeden Morgen mein Spiegelbild: &#8222;Wenn heute der letzte Tag meines Lebens ist, w\u00fcrde ich dann gern das tun, was ich heute tun werde?&#8220; Und wenn die Antwort an zu vielen Tagen hintereinander Nein lautet, wei\u00df ich, dass ich etwas \u00e4ndern muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir ins Ged\u00e4chtnis zu rufen, dass ich bald sterbe, ist mein wichtigstes Hilfsmittel, um weitreichende Entscheidungen zu treffen. Fast alles &#8211; alle Erwartungen von au\u00dfen, aller Stolz, alle Angst vor Peinlichkeit oder Versagen &#8211; das alles f\u00e4llt im Angesicht des Todes einfach ab. Nur das, was wirklich z\u00e4hlt, bleibt. Sich daran zu erinnern, dass man eines Tages sterben wird, ist in meinen Augen der beste Weg, um nicht zu denken, man h\u00e4tte etwas zu verlieren. Man ist bereits nackt. Es gibt keinen Grund, nicht dem Ruf des Herzens zu folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mein Arzt riet mir: &#8218;Bereiten Sie sich aufs Sterben vor'&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Vor etwa einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Morgens um halb acht wurde die Aufnahme gemacht, und sie zeigte deutlich einen Tumor auf meiner Bauchspeicheldr\u00fcse. Ich wusste nicht einmal, was die Bauchspeicheldr\u00fcse war. Die \u00c4rzte erkl\u00e4rten mir, dass diese Art von Krebs mit ziemlicher Sicherheit unheilbar sei, und ich sollte mich darauf einstellen, dass ich nur noch drei bis sechs Monate zu leben h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Arzt riet mir, nach Hause zu gehen und meine Sachen in Ordnung zu bringen. In der Sprache der \u00c4rzte hei\u00dft das: Bereiten Sie sich aufs Sterben vor. Es bedeutet: Versuchen Sie Ihren Kindern in wenigen Monaten all das zu sagen, von dem Sie dachten, Sie h\u00e4tten die n\u00e4chsten zehn Jahre daf\u00fcr Zeit. Es bedeutet: Sehen Sie zu, dass alles unter Dach und Fach ist, damit es f\u00fcr Ihre Familie so einfach wie m\u00f6glich wird. Es bedeutet: Nehmen Sie Abschied.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich trug diese Diagnose den ganzen Tag mit mir herum. Sp\u00e4ter am Abend wurde eine Biopsie gemacht. Dabei wurde mir ein Endoskop in den Rachen durch den Magen in meine Eingeweide gesteckt, eine Nadel in meine Bauchspeicheldr\u00fcse gesto\u00dfen und einige Tumorzellen entnommen. Meine Frau erz\u00e4hlte mir sp\u00e4ter, dass der Arzt, als er die Zellen unterm Mikroskop betrachtete, zu weinen begann. Es stellte sich n\u00e4mlich heraus, dass es sich um eine sehr seltene Art Krebs handelte, die operativ behandelt werden kann. Ich wurde operiert, und mir geht es heute gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Verschwende dein Leben nicht<\/p>\n\n\n\n<p>So direkt hatte ich dem Tod noch nie ins Gesicht gesehen, und ich hoffe, das war&#8217;s jetzt auch f\u00fcr die n\u00e4chsten paar Jahrzehnte. Nun, da ich das durchgestanden habe, kann ich Ihnen das mit etwas mehr Gewissheit sagen als zu der Zeit, da der Tod noch ein n\u00fctzliches, aber rein geistiges Konzept war.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand will sterben. Sogar die Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen daf\u00fcr nicht sterben. Und doch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen. Niemand ist ihm jemals entronnen. Und so soll es auch sein: Denn der Tod ist wohl die mit Abstand beste Erfindung des Lebens. Er ist der Katalysator des Wandels. Er r\u00e4umt das Alte weg, damit Platz f\u00fcr Neues geschaffen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt sind Sie das Neue. Doch eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft werden Sie das Alte sein und aus dem Weg ger\u00e4umt werden. Bitte entschuldigen Sie, dass ich so dramatisch werde, aber es ist so. Ihre Zeit ist begrenzt, verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen gefangen nehmen &#8211; das w\u00fcrde bedeuten, mit dem zu leben, was andere Leute erdacht haben. Lassen Sie nicht zu, dass der L\u00e4rm, den die Meinungen anderer erzeugen, Ihre innere Stimme, die Stimme Ihres Herzens, Ihre Intuition \u00fcberdr\u00f6hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Jugend gab es eine wunderbare Publikation mit dem Titel &#8222;The Whole Earth Catalogue&#8220;, eine der Bibeln meiner Generation. Geschaffen wurde sie von einem gewissen Stuart Brand, unweit von hier in Menlo Park. Er erweckte sie mit seinem Gef\u00fchl f\u00fcr Poesie zum Leben. Es waren die sp\u00e4ten 60er, PC&#8217;s gab es noch nicht. Das hei\u00dft, alles wurde mit Schreibmaschine, Schere und Polaroid-Kameras hergestellt. Es war eine broschierte Art Google, 35 Jahre vor Google. Es war idealistisch, str\u00f6mte \u00fcber vor lauter gro\u00dfartigen Ideen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der letzten Ausgabe Mitte der 70er-Jahre, damals war ich in Ihrem Alter, war das Foto einer Landstra\u00dfe im Morgengrauen &#8211; die Art Stra\u00dfe, auf der man, wenn einen die Abenteuerlust \u00fcberkommt, vielleicht per Anhalter eine Mitfahrgelegenheit sucht. Unter dem Foto standen die Worte: &#8222;Bleibt hungrig, bleibt verr\u00fcckt.&#8220; Das war ihre Botschaft zum Abschied.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mir das auch immer f\u00fcr mich selbst gew\u00fcnscht. Und nun, da dieser Abschluss f\u00fcr Sie ein Neubeginn ist, w\u00fcnsche ich Ihnen: Bleiben Sie hungrig, bleiben Sie verr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"T3\">Ich danke Ihnen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede in Stanford \u00fcber Leben und Tod Es ist mir eine Ehre, bei Ihrer Abschlussfeier an einer der renommiertesten Universit\u00e4ten der Welt dabei sein zu d\u00fcrfen. 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